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Zweite Auflage |
Judith Butler über Frigga Haug: »In der Geschichte des deutschen Feminismus ist klar und offenkundig, wie Frigga Haug die radikalsten und engagiertesten Traditionen zum Leben erweckt hat. Wie keine andere hat sie Wissenschaftlerinnen, die sich dem Feminismus, dem radikal eingreifenden Denken und der gesellschaftlichen Transformation verschrieben haben, zu einer ungeheuer wichtigen Gemeinschaft von Denkerinnen zusammengeführt und mobilisiert. Frigga Haug verbindet philosophische Sorgfalt und Klugheit mit unkompromittiertem Weitblick und leidenschaftlichen Zukunftsvisionen. Damit hat sie eine Vielzahl von Wissenschaftlerinnen, Intellektuellen und Aktivistinnen weltweit erreicht, inspiriert und zusammengebracht. Wir alle sind zutiefst dankbar für die Hartnäckigkeit, mit der sie darauf besteht, unser gesellschaftliches und politisches Leben weiterzudenken in Richtung auf mehr Gerechtigkeit, Freiheit und Hoffnung.« Elfriede Jelinek über Frigga Haug: »Frigga Haug bewundere ich wegen ihrer Unermüdlichkeit, ihre emanzipatorischen Ziele zu verfolgen, um der männlichen Macht wenigstens das Glück ihrer eigenen Umnachtung ein wenig zu nehmen. Dass sie darüber noch nicht resigniert hat, während es anderen schon genügt, bloß eine Sonnenbrille gegen die Ohnmacht aufzusetzen, finde ich großartig.«
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Frigga Haug:
Die Vier-in-einem-Perspektive
Politik von Frauen für eine neue Linke
Es ist an der Zeit, aus den falschen Alternativen auszubrechen, die Politik lähmen und langweilig machen: Wollen wir ein Erziehungsgeld für Mütter erstreiten oder bessere Kindergärten? Wollen wir eine Frauenquote in der Politik oder uns außerparlamentarisch engagieren? Wollen wir den gewerkschaftlichen Kampf um Löhne und Tarifabkommen stärken oder soll die Forderung nach Grundeinkommen ins Zentrum? Und wie steht es mit Lernen, Entwicklung, Kultur oder haben wir jetzt keine Zeit dafür, weil es Dringlicheres gibt wie Krieg, Hunger, Umweltkatastrophen?
Im Fokus von Frigga Haugs Vier-in-einem-Perspektive steht die Utopie einer gerechten Verteilung von Erwerbsarbeit, Familienarbeit, Gemeinwesensarbeit und Entwicklungschancen. Sie entwickelt einen Kompass, der die vier Bereiche auf einen Zusammenhang orientiert und in dieser Bündelung zugleich "realpolitisch" und emanzipatorisch-gesellschaftsverändernd ist.
Inhalt
Vorwort zur zweiten Auflage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Entwurf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
Die Vier-in-einem Perspektive
Eine Utopie von Frauen, die eine Utopie für alle ist . . . . . . . . . . . . . . . 13
Erwerbsarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
In der Arbeit zu Hause sein? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Arbeitsforschung im Zeitalter der Mikroelektronik . . . . . . . . . . . . . . . . .46
Arbeitspolitische Terrainverschiebungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .64
»Schaffen wir einen neuen Menschentyp«. Von Ford zu Hartz . . . . . . . . 75
Reproduktionsarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .89
Wie Pelagea Wlassowa Feministin wurde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91
Knabenspiele und Menschheitsarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .99
Die Neue Mitte Bewegungsmöglichkeiten im Neoliberalismus . . . . . . 123
Patientin im neoliberalen Krankenhaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
Kulturelle Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .161
Der Weg, der in die Welt, nicht ins Haus führt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162
Zeit für mich. Über das Privatisieren. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .174
Lehren und Lernen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .206
Ohne Vernunft kann man nichts machen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230
Politik von unten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 237
Frauen Opfer oder Täter? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239
Männergeschichte, Frauenbefreiung, Sozialismus. . . . . . . . . . . . . . . . . .249
Frauenquote und Gender-Mainstreaming
Paradoxien feministischer Realpolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 269
Es ist notwendig, das Utopische feministisch zu fassen . . . . . . . . . . . . . 292
Nachträgliche Fundierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 309
Geschlechterverhältnisse als Produktionsverhältnisse . . . . . . . . . . . . . 310
Literaturverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
Autorin
Frigga Haug, geboren 1937, war bis 2001 Professorin an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Sie ist Mitherausgeberin und Redakteurin der Zeitschrift Das Argument, Redakteurin des Historisch-Kritischen Wörterbuchs des Marxismus und des Forum Kritische Psychologie. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Politik, Arbeit, weibliche Vergesellschaftung und Frauenpolitik, sozialwissenschaftliche Methoden und Lernen.
Weitere aktuelle Titel von Frigga Haug
Rosa Luxemburg und die Kunst der Politik
Lernverhältnisse
Vorlesungen zur Einführung in die Erinnerungsarbeit
Historisch-kritisches Wörterbuch des Feminismus
Sternschnuppen - Zukunftserwartungen von Schuljugend
Nachrichten aus dem Patriarchat
Politik ums Kopftuch
Erinnerungsarbeit