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Was tut ein junger Glücksspieler, wenn ihn das Glück verlässt? Lucas »Luke« Harrison kehrt der Tristesse und den Schlägertrupps der Erde den Rücken und sucht sein Heil auf dem roten Planeten.
Luke ahnt nicht, dass seine Pechsträhne intergalaktische Dimensionen hat: Mars ist eine einzige Enttäuschung und vorerst Endstation für den Abenteurer mit den leeren Taschen.
Doch Luke hat einen dicken Nerv, und das beeindruckt auch die junge Lady Rhiannon von Dardariee. Sie heuert den Glücksritter an, dem mächtigen Handelsherrn Gharf gestohlene Schwingkristalle abzujagen. Eine Mission, bei der Luke um seinen eigenen Kopf und Kragen spielt.
Leseprobe
Hier stand ich nun, im Spaceport-Terminal von Mars, hungrig, frierend, ziemlich desillusioniert und völlig abgebrannt. Fröstelnd schlug ich den Kragen meiner Jacke hoch und setzte meine Wanderung durch die weitläufige Halle fort. Deprimierende Aussichten für einen Jungen, der ausgezogen war, die Galaxis zu erobern, der die Erde verlassen hatte, weil dort nichts mehr los war, und feststellen musste, auf Mars war noch nie was los gewesen. Ein kalter Planet mitten im Sonnensystem und doch nur ein abgelegener Grenzposten, wo immer Nebensaison war, zu jeder Jahreszeit.
Da fiel mein Blick auf einen Trupp abgerissen aussehender Raumtramps. Zielstrebig marschierten sie zur Frachtsektion des Raumhafens, wo es nun wirklich nichts Interessantes gab. Doch meine Neugier war geweckt, und nicht ohne Hintergedanken schloss ich mich ihnen an, sie sahen dämlich genug aus, um sich zu einem Spielchen überreden zu lassen. Und wenn ich die Oldtimer erst mal am Haken hatte, würde ich sie mit der »Verdeckte-Dame-Masche« gründlich abkochen. Dass sie wahrscheinlich genauso abgebrannt waren wie ich, verdrängte ich in diesem Augenblick. Warum auch nicht, seit Monaten log ich mir nun schon in die Tasche, war sozusagen Weltmeister im Selbstbetrug geworden. Fehlte nur noch, dass ich mich beim Pokern selbst übers Ohr haute.
Zügig bogen die vier um eine weitere zugige Ecke. Sie führten mich staubige Rampen hinunter und durch unbenutzte Lagerräume. Falls mich die Tramps gesehen hatten, ließen sie es sich jedenfalls nicht anmerken. Immer noch zielstrebig gingen sie weiter und schwenkten in den nächsten Gang. Wer den Raumhafen von Marsport geplant hatte, musste wohl eine andere Realität vor Augen gehabt haben, in der Mars der Knotenpunkt der Galaxis war und nicht nur eine Art Umsteigebahnhof für Kolonisten auf der Suche nach ihren irdischen Wurzeln.
Plötzlich endete der Gang vor einer Druckschleuse. Eisiger Wind fegte durch die von Korrosion zersetzten Schotts. Ich überlegte, ob ich umkehren sollten. Dort draußen war nichts, nur die Startgruben und einige Hangars der Raumgarde.
Da sah ich das Schild. Es leuchtete über dem Eingang einer lang gestreckten Baracke, in deren Windschatten einige Bodengleiter geparkt waren. »Warme Suppe und saubere Betten kostenlos!« Ich traute meinen Augen nicht. Wie hypnotisiert folgte ich dem verlockenden Angebot, bereit, meine Talente für eine warme Mahlzeit zu verkaufen. Doch man sollte nie bei einem Spiel einsteigen, wenn man die Regeln nicht kennt, das sollte ich schnell genug erfahren.
Ich betrat einen hellen, behaglich warmen Raum. An der Längsseite waren Feldbetten aufgebaut, die verdammt einladend aussahen. Nicht ganz so einladend roch es aus den dampfenden Suppentöpfen, vor denen sich auch die vier Typen aus dem Terminal angestellt hatten. Mein knurrender Magen verbot mir jede Kritik, und ich reihte mich hinter den Wartenden ein.
Dass der Kerl mit der Schöpfkelle die anthrazitfarbene Uniform der Raumgarde trug, hätte mir eine Warnung sein müssen, doch ich war in jenen Tagen ein rechter Hinterweltler, galaktisch gesehen. Dabei hätte ich mir denken können, dass nichts auf der Welt umsonst war, auf keiner Welt. Aber andererseits, woher hätte ich wissen sollen, dass ein Napf Suppe über mein weiteres Schicksal entscheiden würde?
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Die Autorin
Myra Çakan, geboren an Halloween, studierte Schauspiel und Musik. Sie schreibt Fiction, Hörspiele und Drehbücher. Ihr Romandebüt When The Music's Over erschien 1999 in der Reihe Social Fantasies bei Ariadne. Sie lebt mit ihren Burmakatzen in Hamburg.
www.dardariee.de
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Gute Presse für When The Music's Over
»Çakans Buch stellt eine der wenigen Ausnahmen im rar gesäten deutschen Science-Fiction dar: schnell, hart und direkt mit einem Hang zur Melancholie.« Wolfgang Tress, www.amazon.de
»Myra Çakan, mindestens so abgedreht wie Cyberpunk-King John Shirley, wird in eingeweihten Kreisen längst als hiesige Kronprinzessin gehandelt.« Ira Panic, Hamburger Morgenpost
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Das Umschlagbild malte ...
Martina Pilcerova: www.asfa-art.org/Members/Pilcerova/index.html
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