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Dem Roman Grenzfall liegt der Dokumentarfilm REVISION zugrunde.

Über die Autorin

Merle Krögers Internetseite

Gewinnerin: Deutscher KRIMIPREIS (national) 2013

Bestenliste
November 2012 auf Platz 1:
»Empathisch scharfer Blick in europäische Angstzustände.«

Merle Kröger
Grenzfall

Ariadne Krimi 1210
ISBN 978-3-86754-210-4

   

Auf die Merkliste
(jederzeit widerrufbar)

Es war einmal in Europa ...

Was geschah 1992 im deutsch-polnischen Grenzgebiet? Sicher ist: Es gab zwei Tote. Und es hat gebrannt. Der Rest ist gnädig überdeckt von zwanzig Jahren Alltag im wachsenden Europa – Demokratie und Wohlstand für alle.
Für alle? Wir schreiben das Jahr 2012. Europaweit verdingen sich Migranten zur Erntearbeit, doch es gibt immer weniger zu tun. Die rumänische Wanderarbeiterin Adriana kämpft ums Überleben ihrer Familie und fasst einen verzweifelten Entschluss: Sie reist nach Deutschland und sucht den Mörder ihres Vaters.
Wahlsommer in der Gemeinde Kollwitz. Was der Landkreis braucht, ist Stabilität und friedlicher Wettbewerb. Was er ganz bestimmt nicht braucht, ist eine gefährliche Fremde, die die Volksseele zum Kochen bringt. Und schon sammelt sich vor der Justizanstalt ein lynchlustiger Mob ...
Mattie Junghans, die Frau ohne festen Lebensentwurf, ist selbst eine Grenzgängerin zwischen verschiedenen Welten. Und sie erkennt schnell, dass der Schlüssel zum aktuellen Fall in der Vergangenheit liegt. Quer durch Europa folgt sie der Spur der Roma-Familien, deren Verlust noch immer ungesühnt ist.

 

Kommentar der Verlegerin:

»Ist dies ein Politthriller?«, wurde ich vor der Veröffentlichung gefragt. Die Antwort fiel mir nicht leicht. Es ist kein Whodunnit, so viel ist sicher. Rein thematisch ist Grenzfall unbedingt ein Politthriller, doch Merle Kröger schreibt eine andere Choreographie und hat einen völlig anderen Sound, als man es von Thrillern gewöhnt ist. Es gibt in diesem Buch Noir-Elemente und knallharten Realismus, aber auch eine rastlose, kaleidoskopartig bunte Unruhe, die eher an ein Roadmovie erinnert. Roadmovies handeln »vom Unterwegssein ihrer Helden und der Schwierigkeit, einen Platz in der Welt zu finden. Unterschwellig geht es darum, das zu finden, was das Bezugssystem Gesellschaft verkörpert und im Inneren zusammenhält. Es wird ihr ein Spiegel vorgehalten.« (Wikipedia) Auch das passt auf dieses Buch: Es führt uns kreuz und quer durch Europa, zoomt dicht an vielfältige Wirklichkeiten heran und erschließt Widersprüche, deren Aktualität manchmal bitter schmeckt. Dabei verhält sich Merle Krögers epische, ungestüme, gefühlsbetonte Erzählweise zum Großteil der deutschen Krimikultur wie ein E-Gitarren-Solo zur Kammermusik. (Ich gestehe: Ich höre mehr Hendrix als Klassik.) Wo ein Thriller meine Angst anspricht, bezieht Grenzfall seine Mitfieber-Spannung aus Einfühlung und sozialem Konflikt: Mittäterschaft, Wut, das Sich-Einrichten in den Verhältnissen, Armut und Verzweiflung werden ebenso spür- und greifbar wie Zivilcourage, diverse Konzepte von Familie, Vertrauen, Widerstand und Kreativität. Plötzlich eröffnen sich Spielräume zwischen Wissen und Wegschauen. Als ob man eine Reise mitmacht, die den Blickwinkel ein bisschen verschiebt.
Ich liebe es, wenn ein Roman so was mit mir macht.

Else Laudan

   

Presse zu Grenzfall:

»Grenzfall von Merle Kröger ist ein ganz besonderer Krimi. Teils Politthriller, teils Gesellschaftsstudie – gewürzt mit schonungslosem Realismus, großen Gefühlen und der richtigen Prise Bitterkeit.« Martin Schöne, 3Sat Kulturzeit

»Der europäische Kriminalroman par excellence. Grandios.« Thomas Wörtche, kaliber .38

»Grenzfall – der beste deutsche Krimi 2012. Merle Kröger hat einen wahren Mord recherchiert und erzählt so lange in die Lücken hinein, bis die Wahrheit zutage tritt. Aber keine Angst. Grenzfall ist keine engagierte Literatur üblichen Typs, keine Heimatkriminalliteratur. Dazu ist Merle Kröger einfach zu talentiert. Sie rast in hohem Tempo durch die Geschichte, kreuz und quer durch Europa. Aber sie hat ein geradezu unfassbares Geschick, Figuren, Situationen, Zusammenhänge auf kürzeste Distanz leichthändig tiefenscharf zu schraffieren.« Elmar Krekeler, Die Welt

»Exquisite Geschichte voller intelligenter Überraschungen … ein veritables Meisterstück.« Die Zeit

»Es geht um real fiction. Kröger hat Namen geändert, Orte verlegt – und einen Zeitsprung ins Jahr 2012 gemacht. Die (nur fiktiv zu beantwortende) Frage, was in jener Nacht im Sommer 1992 wirklich passiert ist, treibt die Handlung voran. Das echte Verbrechen, um das es hier geht, besteht nicht darin, dass ›jeder Mensch zum Mörder werden kann‹. Sondern dass eine Gesellschaft bereit ist, einen mutmaßlichen Doppelmord zu vergessen. Oder hätten Sie sich an Grigore Velcu und Eudache Calderar erinnert?« Kolja Mensing, Tagesspiegel

»Ein ungewöhnlicher und kreativer Kriminalroman, der sich den gängigen Mustern des Genres konsequent verweigert und gerade dadurch überzeugt.« Ulrich Noller, Funkhaus Europa

»Merle Krögers Geschichte von den Rändern der europäischen Gesellschaft ist intelligent gestrickt, mit viel Witz erzählt und viel näher am Leben. Der Spott, mit dem Kröger die verschiedenen Milieus belegt, ist nicht immer milde, aber er entspringt immer der klugen und aufmerksamen Beobachtung. Grenzfall ist vielleicht der beste deutsche Krimi des Jahres.« Thekla Dannenberg, Perlentaucher

 

   

Autorin

Merle Kröger, geb. 1967 in Plön/Schleswig-Holstein, studierte Filmwissenschaft und Publizistik an der FU Berlin, macht seit 1987 eigene Videos und Filme, ist in Künstlergruppen aktiv, konzipiert und realisiert Film- und Videoscreenings, Seminare, Ausstellungen, Konzerte. Mitgründerin der Produktionsfirma »dogfilm« und der Medienkunst-Plattform »pong«. Merle Kröger macht Produktion, Buch, Regie, Dokumentarfilm, Essay und Videokunst, ist als Cutterin, Autorin und Produktionsleiterin sowie als Kuratorin tätig und arbeitet frei für ZDF, ARTE, 3Sat, Deutsche Welle u.v.a. Sie erhielt etliche Auszeichnungen auf Film- und Videofestivals im In- und Ausland.

Mit ihrem Partner Philip Scheffner schuf sie u.a. den Dokumentarfilm REVISION, der der Handlung des Kriminalromans Grenzfall zugrundeliegt und ab September 2012 im Kino läuft.

»Ein Film, der seine Informationen nur allmählich preisgibt und langsam seine These entfaltet – für die virtuose Dramaturgie zeichnet Merle Kröger verantwortlich. Das Erstaunliche ist, dass dieses gemessene und kontrollierte, auch nüchterne und spröde Erzählen einen zwingenden Sog, eine unheimliche Wucht entwickelt.« Perlentaucher

» Der Vorfall, den Revision mit kriminologischem Scharfsinn rekonstruiert, ereignete sich nahe der deutsch-polnischen Grenze, die zum Tatzeitpunkt auch die der EU war. Dahinter aber wird eine andere Grenze erahnbar, die zwischen Gegenwart und einer finsteren Vergangenheit verläuft, zwischen Aufklärung und Abscheu erregendem braunem Gedankengut.« Kino-Zeit.de

»Revision bricht aus dem dokumentarischen Inszenierungskanon aus. Unerträglich. Unglaublich. Revision ist vielleicht einer der wichtigsten Filme der jüngeren deutschen Geschichte. Ohne Zweifel ist dieses einzigartige dokumentarische Kino eine unerbittliche Bestandsaufnahme deutscher Abgründe – mitten in Europa.« filmanzeiger.de

Weitere Kriminalromane mit Mattie Junghans:

Ariadne Kriminalroman 1146: Cut!

Ariadne Kriminalroman 1166: Kyai!

Ariadne Kriminalroman 1224: HAVARIE

 

 

Presse zu Merle Krögers vorigen Romanen:

»Ein üppiger Genreroman, der alles hat, was Krimilesers Herz begehrt: Action, Intelligenz, Wortwitz, Situationskomik, Verzweiflung, Leidenschaft, Korruption, Bedrohung, Aufbegehren, Abschied, Erkenntnis, Aufklärung. Respekt!«
Ulrich Noller im WDR (Funkhaus Europa)

»Ernsthaft und doch fabulierfreudig erzählt Merle Kröger … Genaue Beobachtung und authentisch gezeichnete Figuren halten ihren Text in cooler Balance. Mitreißend global!«
Tobias Gohlis im Börsenblatt (Krimi Extra)

»So beherzt wie überzeugend … Merle Krögers Krimi ist auf der Höhe der Zeit, ihre Figuren sind so rund und bunt wie das Leben.«
Sylvia Staude in der Frankfurter Rundschau

»Mit erzählerischer Raffinesse schreibt Merle Kröger ›multikulturelle‹ Krimis im besten Sinne, mit Witz und kompromisslosem Engagement.« Virginia

   
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