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Christine Lehmann
Die Affen von Cannstatt

Ariadne Krimi 1195
ISBN 978-3-86754-195-4

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(jederzeit widerrufbar)

»Dieses Mal geht Lehmann unerwartet weit«
Thomas Klingenmaier in der STUTTGARTER ZEITUNG

»Am 6. Mai wird von einem Friedhofsgärtner ein winziger Schädel ausgehoben. Die Polizei sucht tagelang und fi ndet drei weitere Skelette. Ein Pressefoto zeigt in Lappen geschlagene Haufen halb unter Gebüsch. Das sind die Leichen. Auf einem anderen sehe ich ein langgestrecktes Reihenhaus mit Birken. Ein weiteres Foto zeigt ein verschrecktes kleines Kind. Das soll ich sein.«

Seit ihrer plötzlichen Festnahme kurz vor Weihnachten sitzt Camilla in Untersuchungshaft. Nur das Schreiben hält sie bei Verstand. Schreibend rekonstruiert sie ihr Leben und müht sich, Licht ins Dunkel zu bringen. Wer ist verantwortlich für den Toten im Affenhaus? Hat sie den ihr zur Last gelegten Mord begangen oder Anteil daran gehabt? Oder ist es der Schatten ihrer Vergangenheit, der den Ermittlern den Blick auf ihre Unschuld verstellt? Und Tag für Tag gärt in ihr der Hass auf ›die Hyäne‹, die ihr Vertrauen missbraucht und sie in diese Lage gebracht hat …

Kommentar der Verlegerin

Christine Lehmann ganz anders: Dies ist kein Lisa-Nerz-Abenteuer, wo die schlagfertige Heldin den Bürokratenschurken und Strippenziehern kräftig einheizt und mit den Vorurteilen in unser aller Köpfen Domino spielt. Es ist vielmehr die Story einer mutmaßlichen Täterin, die ihre Unschuld beteuert, während sie im Knast sitzt. Camilla Feh ist eine normale junge Frau, kühl, zurückhaltend, klug, ein wenig konfliktscheu. Eine vorsichtige, aber nicht besonders argwöhnische moderne Bürgerin. »Bisher habe ich mich sicher gefühlt in meinem Staat«, sagt sie zu der Vollzugsbeamtin, die sie fi lzt. Und dann beginnt die Einförmigkeit der Haft. Woran hält man sich fest, wenn die bürgerlichen Gewissheiten bröckeln? Im Wechselspiel aus Erinnerungsarbeit und Gefängnistagebuch erscheint der Weg einer Frau, die mit Legenden und Vorurteilen ringt: Als Forscherin beobachtet Camilla im Zoo die im Matriarchat lebenden Bonobos. Sie sucht den Mythos von der Wirklichkeit zu trennen, stößt jedoch auf Widerstand – und weicht dem Konfl ikt aus. Als Gefangene in U-Haft kann sie nicht ausweichen. Eingesperrt wie die Menschenaffen, die sie aus sicherem Abstand studiert hat, bleibt ihr nur das Schreiben. Beharrlich seziert sie ihre Vergangenheit auf der Suche nach einem Puzzleteil, das ihre Entlastung zur Folge haben könnte. Camillas Haftbuch und ihre Erzählung der Vorgeschichte enthüllen nach und nach die Geschehnisse und gewähren Einblicke in diverse Arten von Gefangenschaft, in Sozialstrukturen von Affen und Menschen und in patriarchale Mythen über Mutter Natur. Wie ein anderer schreibender Häftling einst notierte: »Viele Handlungen, die unserem Bewußtsein widernatürlich erscheinen, sind für andere natürlich, weil die Tiere sie vollziehen, und sind nicht die Tiere die ›natürlichsten Wesen der Welt‹? (…) Indes sind auch diese Behauptungen über die Tiere nicht immer zutreffend, weil die Beobachtungen an Tieren gemacht sind, die vom Menschen zu einer Lebensform gezwungen sind, die für sie nicht natürlich ist. (…) Das Wesen {natura} des Menschen ist das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse, das ein historisch defi niertes Bewußtsein bestimmt, und dieses Bewußtsein zeigt an, was ›natürlich‹ ist oder nicht.« (Gramsci: Gefängnishefte, H. 8, §151). Mit Die Affen von Cannstatt hat Christine Lehmann mich erneut überrascht: ein nüchterner und doch stürmischer Kriminalroman mit mehrfachem Nachhall im Kopf. Else Laudan

Ausgewählte Presse

»Der Stepptanz der Christine Lehmann spielt mit jedem Vorurteil, das wir Leser mitbringen können, und führt zu einem furiosen Spannungsfinale, bei dem jeder Samstagskrimi einpacken kann.« Sabina Schutter, TitelMagazin

»Christine Lehmann ist den meisten deutschen Krimischreibern stilistisch haushoch überlegen. Man kann sich diesen Sound nicht antrainieren. Bei Lehmann beruht er auf Menschenkenntnis, Lebenserfahrung, Selbstironie und Belesenheit.« Perlentaucher

»Christine Lehmann schreibt mit Herz und, eine Rarität im D-Krimi, (Wort-)Witz.« Tobias Gohlis, Die Zeit

Autorin/Bibliografie

Autorin:

Christine Lehmann, *1958 in Genf, lebt in Stuttgart und Wangen im Allgäu und arbeitet als Nachrichtenredakteurin. Sie schreibt Kriminal- und Liebes­romane, und sie hat zwei der SWR-Radio-Tatort-Folgen verfasst. Die schillernde Grenzgängerin Lisa Nerz ermittelt hier bereits im zehnten Roman. Christine Lehmanns Kriminalromane scheuen keine heißen Themen, ihre pointiert-lebendige Erzählsprache hat frischen Wind in die deutsche Kriminalliteratur gebracht. www.lehmann-christine.de

Die Lisa-Nerz-Kriminalromane:

Ariadne Krimi 1165:Vergeltung am Degerloch (Lisa Nerz 1)

Ariadne Krimi 1167: Gaisburger Schlachthof (Lisa Nerz 2)

Ariadne Krimi 1171: Pferdekuss (Lisa Nerz 3)

Ariadne Krimi 1157: Harte Schule (Lisa Nerz 4)

Ariadne Krimi 1161: Höhlenangst (Lisa Nerz 5)

Ariadne Krimi 1169: Allmachtsdackel (Lisa Nerz 6)

Ariadne Krimi 1173: Nachtkrater (Lisa Nerz 7)

Ariadne Krimi 1179: Mit Teufelsgwalt (Lisa Nerz 8)

Ariadne Krimi 1185: Malefizkrott (Lisa Nerz 9)

Ariadne Krimi 1189: Totensteige (Lisa Nerz 10)

Ariadne Krimi 1211: Allesfresser (Lisa Nerz 11)

Außerdem:

Ariadne Krimi 1195: Die Affen von Cannstatt


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