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Dominique Manotti
Roter Glamour
Deutsch von Andrea Stephani
Ariadne Krimi 1192
ISBN 978-3-86754-192-3

Auf die Merkliste
(jederzeit widerrufbar)

Ein Politthriller der Extraklasse

Die brillante Chronik einer authentischen Staatsaffäre

Über der Türkei explodiert ein Flugzeug voller Waffen. In Paris wird eine Frauenleiche auf einem verlassenen Parkplatz abgeladen. Zwischen beiden Ereignissen liegen viele tausend Kilometer, und doch ...
Präsidentenberater François Bornand versucht eine Staatskrise zu verhindern und schickt seinen Mann fürs Grobe ins Rennen. Mord und Verrat häufen sich – im Namen der Staatsräson?
Bei ihrer Ermittlung kommt Polizistin Noria Ghozali der Sphäre der Macht gefährlich nahe.

Roter Glamour wurde mit dem ›Prix Mystère de la Critique‹ und dem ›Prix du roman noir du Festival de Cognac‹ ausgezeichnet und fürs Kino verfilmt.



Bemerkung der Verlegerin:
»Die Wirklichkeit ist ein Krimi« – wie oft habe ich diesen Satz schon gelesen? Doch niemand schreibt den Krimi der Wirklichkeit so akkurat, so eindringlich sparsam wie Manotti. Ob sie die Tristesse eines Arbeitstages in der Fabrik schildert oder die demütigenden Pflichten einer ranglosen Polizistin im Moloch Paris, den Alltag in der Übernahme-Task-Force eines Konzerns, die selbstreferenzielle Hybris eines Regierungsmitglieds oder die machistische Paranoia eines Mitglieds des organisierten Verbrechens: Ihre kühlen, präzisen Sätze zoomen ganz dicht ran wie eine minimalistische Kamerafahrt, die mit den Augen der handelnden Figur blickt und ihr gleichzeitig ins Hirn guckt. Alles ist echt. Gewaltige Detailkenntnis und brillante Choreographie werden zu einem erzählerischen Mahlstrom reduziert, für den Manotti eine gestochen scharfe, stets elegante und doch erstaunlich schlichte Erzählsprache findet. So macht sie die obskursten Themen aus Politik, Wirtschaft und Hochfinanz greifbar, bildhaft, thrillertauglich. Die Wucht, mit der ihre Romane in mein Bewusstsein einschlagen, ist nur angemessen, geht es doch um jene mythisch zu Halbgöttern stilisierten Macher aus Wirtschaft und Politik, die Manotti als von menschlicher Gier getriebene banale Gelegenheitsdiebe entlarvt, und um die weitgehend ohnmächtigen einfachen Leute, versehrt von den Verhältnissen, die mit ihren mageren Kräften das Blatt zu wenden versuchen. Illusionslose Wahrheiten in funkelnder Prosa mit Herz. Wir sind stolz, diese Könnerin zu verlegen. Dank hierfür gebührt Andrea Stephani, die dieses Projekt zu uns getragen hat. .Else Laudan




Dominique Manotti, mit bürgerlichem Namen Marie-Noëlle Thibault, wurde am 24. Dezember 1942 in Paris geboren. Erst mit 50 Jahren begann sie Romane zu schreiben.
Sie studierte von 1960–66 an der Sorbonne Geschichtswissenschaften, unterrichtete danach in einem Gymnasium und wurde 1969 Assistentin für neuzeitliche Wirtschaftsgeschichte im neu gegründeten Centre expérimental de Vincennes. Ihr Spezialgebiet war das 19. Jahrhundert, die Entstehung der Eisenbahn und das französische Unternehmertum dieser Zeit. Als Konsequenz ihres politischen Engagements war Manotti von 1976–83 als Gewerkschafterin in der CFDT aktiv und leitete deren Pariser Sektion für mehrere Jahre als Generalsekretärin. Zu Beginn der 80er Jahre beteiligte sie sich an der erfolgreichen Auseinandersetzung der türkischen Sans-Papiers im Textilviertel Sentier. Ab 1994 war sie als Maître de conférences an der Universität Paris VIII in Saint-Denis tätig.
Manotti ist Historikerin und seit dem Algerienkrieg politisch engagiert. In den 1980er Jahren verschob sie aus Desillusionierung über die Politik der Mitterrand-Regierung ihr politisches Engagement in die Literatur. Romane zu schreiben ist für Dominique Manotti nur ein Wechsel des Standbeins, ihre politischen Überzeugungen fließen in ihre Romans noirs ein. Sie begreift sich als Rätekommunistin in der Tradition von Gramsci und Rosa Luxemburg. Wie viele andere Autoren des Roman noir verließ sie im Zuge der Mairevolte von 1968 die kommunistische Partei.
Dominique Manottis kriminalliterarische Bezugspunkte sind nach eigener Aussage der amerikanische Schriftsteller James Ellroy, die neuzeitliche Wirtschaftsgeschichte und die 68er-Bewegung. Diese eigenwillige Kombination erklärt vielleicht ihren einzigartigen Stil mit seiner Mischung aus sachlich-journalistischer Dichte, schlaglichtartig verknappter subjektiver Form und fast schon romantischer literarischer Eleganz.


Manotti auf Deutschlandtour (plus Österreich) im September 2011:

Donnerstag, 15.9. Hamburg (Harbourfront, MS Bleichen)
Freitag, 16.9. Berlin (Hammett, Bibliothek Kreuzberg)
Samstag, 17.9. Berlin (Miss Marple)
Sonntag, 18.9. Essen (Alex liest Agatha, Chat noir)
Montag, 19.9. Marburg (Krimifestival, TTZ)
Dienstag, 20.9. München (Glatteis)
Mittwoch, 21.9. Wien (Lhotzkys Literaturbuffet, Institut français)
Donnerstag, 22.9. Hamburg (Buchladen Osterstraße)


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Aktuelle Presse zu Roter Glamour

»Das ist der Thriller zur Affäre Strauss-Kahn: Manotti wirft einen bösen Blick auf das Verhältnis von Politik, Sex und Medien in Frankreich. Kommentieren muss sie das nicht. Die Geschichte ist umso eindrücklicher.« Andrea Fischer, Deutschlandradio Kultur

»Zeitbombenmäßig. Raketenschmuggel, Polizeiaktionen, Bordellbesäufnisse und eine fixe, harte Araberin: Bitte mehr davon!« Tobias Gohlis, KrimiZeit-Bestenliste

»Kühl, nüchtern, unaufgeregt entfaltet Manotti das Panorama einer hemmungslosen Politikerkaste, die sich korrupter Polizei- und Geheimdienstapparate ebenso bedient wie krimineller Elemente. Exzellent geschrieben, spannend bis zur letzten Seite und nichts für Gesellschaftsromantiker. Brillant!« Ulrich Kroegers Krimitipp, Nordsee-Zeitung

»Die Welt der Strippenzieher ... Von Manotti-Krimis fühlt man sich aufgeklärt, aber nicht belehrt.« Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau

»Manotti schildert den historisch unterfütterten Fall über Intrigen und Geheimdienste, Amtsanmaßung und Gewalt mit einem unterkühlten stilistischen Aplomb, der an die Hoch-Zeit der hardboiled novel erinnert.« Buchjournal


Aktuelle Presse zu Letzte Schicht

»Der mit großem Abstand beste politische Krimi des Jahres ... absolut nobelpreiswürdig ... weltweit derzeit einzigartig ... So etwas Intensives habe ich lange nicht gelesen.« Deutschlandfunk, Denis Schecks Büchermarkt
zur Rezension (Sendemanuskript) / Anhören

»Manotti legt sich mit den ganz Großen an: Rüstungskonzernen, EU-Kommissionen und Regierungen. Fiktion und Realität werden subtil vermischt ... Die Sprache entwickelt eine erfrischende Kreativität. Sex, Tod und Korruption - dieses Buch hat alle Zutaten für einen echten Wirtschaftsthriller.« Financial Times Deutschland

»Ein brillantes Buch. Manotti zieht alle Register des klassischen Realismus, langsam werden die Sauereien vor unseren Augen ausgebreitet, die Anzugträger nehmen sich, was sie kriegen können und lassen, wenn's sein muss, ihre politischen Handlager im Regen stehen, und natürlich zahlen die kleinen Leute für alles, manche mit ihrem Leben.« Günther Grosser, Berliner Zeitung

»Dominique Manottis Letzte Schicht verarbeitet in bester Costa-Gavras-Manier die Affäre um die Privatisierung des französischen Riesenkonzerns Thomson zu einem fein gewebten Thriller um Macht, EU-Subventionen und Arbeitsplätze. Und wie die gelernte Wirtschaftshistorikerin mit einem Faible für James Ellroy und die Arbeiterbewegung das tut, das hat ganz große Klasse. Sehr kühl, sehr elegant inszeniert Manotti diesen Kampf um Macht und Geld, ein bisschen Zukunft, etwas Liebe und ein paar Drogen.« Perlentaucher: Mord und Ratschlag

»Pondange, Lothringen/Warschau/Paris: Ein Betriebsunfall, eine Fabrikbesetzung. Arbeiter geraten an Material, das die Fusion zweier Wirtschaftsgiganten beeinflussen und die Regierung stürzen könnte. Manotti ist eine Klasse für sich: lebensnah, realistisch, vertrackt. Der Krieg der Konzerne in den kleinen Städten. Superb.« KrimiWelt Bestenliste (Juni, Juli, August)

»Fiktion? Realität? Letzte Schicht ist im Grunde eine ins Belletristische gebogene Alltagschronik. Eine Geschichte, die sich zugetragen hat in der Zeit der Privatisierung des französischen Rüstungskonzerns Thomson. Also ein Wirtschaftskrimi? Auch. Und eine bitterböse Satire auf das Inhumane. Vor allem aber ist der französischen Historikerin und Gewerkschafterin ein starker Thriller im Präsens gelungen, der seine Sprachmächtigkeit aus einem eiskalten, schnörkellosen Reportagestil schöpft. Man kann sie sich sehr schnell vorstellen, die Fabrik in einem lothringischen Städtchen, die um das Überleben jenseits von EU-Fördermitteln kämpft. Nur eines ist von dieser Sommerlektüre nicht zu erwarten: Abkühlung.« Badische Zeitung (Lesetipp)


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