Christine Lehmann
Allmachtsdackel
Ariadne Krimi 1169
ISBN 978-3-88619-899-3
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Der 6. Nerz – wilde Kühe und wuchernder Glaube

Als Staatsanwalt Richard Webers alter Herr mit vierundachtzig stirbt, begleitet Lisa Nerz ihren Gefährten nach Balingen. Dort trifft sie auf höchst unterschiedliche Mitglieder der Familie Weber sowie auf eine Herde wilder Rinder. Schwer zu sagen, wer gefährlicher ist …

Allmachtsdackel ist ein Krimi wie ein Almodovar-Film. Christine Lehmann inszeniert ein rasant-tragikomisches Duell zwischen Männer- und Frauengesellschaft, und zwischen Familienkrieg und Lisa Nerz’ sinnlich-provokanten Scharaden lauern wilde Kühe, schwarze Schafe und Patriarchen mit Allmachtsphantasien. Balingen entpuppt sich als heißes Pflaster: Staatsanwalt Weber spielt Flügelhorn für die Kühe, die protestantische Ethik spielt verrückt, und Grenzgängerin Lisa Nerz spielt voll auf Risiko.

Zum Inhalt:
Lisa Nerz und Staatsanwalt Richard Weber sitzen mit Bekannten im Nobelrestaurant, als ein Anruf kommt: Richards Vater, der starrsinnige Martinus Weber, hat soeben mit vierundachtzig Jahren das Zeitliche gesegnet. Richard bricht sofort auf nach Balingen. Lisa lässt es sich nicht nehmen, ihn zu begleiten (schon um wie immer einen prüfenden Blick auf die Leiche zu werfen), und verfällt prompt der weißhaarigen Kusine Barbara, die einen Bauernhof besitzt und eine regional berühmte Herde wilder Kühe hält. Noch bei der Aussegnung der Leiche kommt die Nachricht, dass die Herde ausgebrochen ist und die Hauptstraße blockiert. Das kam schon öfter vor, aber trotz engagierter Schadensbegrenzung (bei der Richard Flügelhorn spielen muss) wird anderntags eine zertrampelte Leiche gefunden. Lisa wittert einen ›Fall‹ – und sticht ins Wespennest! 

Ausgewählte Pressestimmen

»Ganz stark ist der neue Roman von Christine Lehmann: Allmachtsdackel. Lehmann ist notorisch unterschätzt, ihre Bücher um die gendermäßig oszillierende Lisa Nerz aus Stuttgart sind präzise Romane aus der Provinz und über die Provinz, ohne auch nur in die Nähe von "Regionalkrimis" zu kommen. In diesem Buch geht es ganz konzise und konsequent um das, was Religion in Menschen anrichten kann, die dann wiederum Katastrophen an anderen Menschen anrichten. Ein Kommentar zur globalen Situation, situiert im Schwabenland, ohne schein-aktualistischen Bezug. Christine Lehmann kann das, souverän und überzeugend.« Thomas Wörtche, kaliber.38
http://www.kaliber38.de/neu/0607/argument.htm

»Lisa Nerz, narbenreiche Journalistin, hat Hirngespinste, verliebt sich in die Falsche und klaut das Geständnis eines Serienkillers. Lehmanns Schwabenwestern: Rinder, Söhne, Pietisten. Do legscht di nieder.« www.arte.tv/krimiwelt

»Christine Lehmann ist den meisten deutschen Krimischreibern stilistisch haushoch überlegen. Man kann sich diesen Sound nicht antrainieren. Bei Lehmann beruht er auf Menschenkenntnis, Lebenserfahrung, Selbstironie und Belesenheit.« Perlentaucher

»Einsam, aufsässig und notorisch respektlos – ein klarer Fall von hard-boiled woman.« Konkret

»Christine Lehmann schreibt mit Herz und, eine Rarität im D-Krimi, (Wort-)Witz.«
Tobias Gohlis, Die Zeit

Autorin/Bibliografie

Christine Lehmann, geboren 1958 in Genf, wohnhaft in Stuttgart, ist Journalistin und Schriftstellerin. Ihre Hardboiled-Heldin Lisa Nerz ist als Grenzgängerin eine Figur, die den Muff herkömmlicher Oben-Unten- und Mann-Frau-Strukturen (samt frauenzeitschriftlichem Postfeminismus) aus den Räumen bläst.

Mehr Lisa-Nerz-Krimis:

Ariadne Krimi 1165: Vergeltung am Degerloch
Ariadne Krimi 1167: Gaisburger Schlachthof
Ariadne Krimi 1157: Pferdekuss
Ariadne Krimi 1157: Harte Schule
Ariadne Krimi 1161: Höhlenangst
Ariadne Krimi 1169: Allmachtsdackel
Ariadne Krimi 1173: Nachtkrater
Ariadne Krimi 1179: Mit Teufelsgwalt
(Reihenfolge chronologisch)